Ganztagsschule

Unsere pädagogischen Ziele für die Ganztagsschule

Schwerpunkte des pädagogischen Konzeptes der Grundschule Am Sonnenberg:

  • Zusätzliche Förderung für leistungsstarke und leistungsschwache Kinder
  • Deutsch-Förderung für ausländische Schüler
  • Umsetzung von Projekten im Unterricht
  •  Hausaufgabenbetreuung
  •  Förderung der Individual- und Sozialkompetenz (z.B. Mutmach-Tage, Erlebnispädagogik)
  •  Kommunikation lernen (Streitschlichter-Programm)
  •  Methodentraining: Eigenverantwortliches Lernen (z.B. Arbeit mit Büchern aus der Schülerbibliothek)
  •  Ganzheitliches Lernen und Lernen mit allen Sinnen (z.B. Psychomotorik, Schwimmen, Fitnesstraining, Schulhofgestaltung)
  •  Integration der kindlichen Umgebung in die Schulwelt (Vereine, Eltern, Gemeinde)

Konzept Ganztagsklasse

Grundlegung

Vom additiven System soll übergegangen werden zum Klassenprinzip: alle Ganztagskinder besuchen eine Klasse. Es gibt eine Reihe von Aspekten, die für diese Umstellung sprechen.

Mehr-Zeit und Rhythmisierung

Das kindliche Zeiterleben ist stärker gegenwartsbezogen und zyklisch (vgl. Karlheinz Burk: Zeit und Rhythmus in der Ganztagsschule, in: GSV: Auf dem Weg zur Ganztags-Grundschule, Frankfurt 2006). Auch das Leben selbst ist durchgängig rhythmisch (z.B.: Jahreslauf) und der Mensch nimmt an den vielfältigen vorgegebenen rhythmischen Ordnungen teil, zu unterscheiden ist zwischen größeren Rhythmen und der Biokurve mit den über den Tag verteilten Leistungshöhepunkten und Tiefpunkten.

  •  Die Schule sollte diesem Zugang Rechnung tragen, indem sie dem In-der-Gegenwart-Leben und dem Außer-der-Zeit-Sein (z.B. im Spiel, im Gespräch mit Gleichaltrigen) mehr Chancen gibt.
  •  Die Schule sollte einen anderen Umgang mit Zeit entwickeln. Die Verdichtung der Arbeitsabläufe führt nicht zu einer Produktivitätssteigerung, sondern eher zur Hektik und Störung von Lernprozessen. Die Schule sollte die Produktivität der Langsamkeit entdecken und fördern (vgl. auch ausländische Schulsysteme), auch den Rahmen für individuelle Tempi bereit stellen. Daneben müssen die Kinder aber auch lernen mit fremdbestimmter Zeit umzugehen.
  •  Die Schule sollte auf die Differenziertheit der Lernprozesse mit differenzierten Methoden und unterschiedlichen Organisationsformen reagieren.
  •  Die Schule sollte noch mehr dem Rhythmus, der entsteht durch das Wechselspiel von Polaritäten wie Spannung und Entspannung, Rechnung tragen.

Da in einer Ganztagsklasse wesentlich mehr gemeinsame Zeit zur Verfügung steht, können beide Aspekte verwirklicht werden:

„Mehr Zeit zum Lernen und Miteinander-Leben“ und eine bessere Strukturiertheit, sprich Rhythmisierung, vor allem des Schultages, aber auch der Schulwoche und des Schuljahres.

Entwicklung der sozialen Kompetenzen

Schüler/innen nehmen Schule vor allem als Lebensraum und Lebenswelt mit Gleichaltrigen wahr (vgl. Behnen: Lehren, Bilden, Partizipation, Siegen 2005).

Durch mehr Zeit miteinander wächst die gegenseitige Akzeptanz und der Respekt, was sich positiv auf das Klassenklima auswirkt. Ein gutes Klassenklima unterstützt die Lernprozesse.

In der Ganztagsklasse ist außerdem mehr Zeit für Projekte, wie „Ich und Du und Wir“, die das Selbstwertgefühl und die Sozialkompetenzen stärken.

Kunstpädagogik

Im Kunstunterricht können über den Gebrauch der Sinne das kognitive Potential der Kinder auf eine ganz grundlegende und nachhaltige Weise gefördert werden (vgl. Legler: Kunst und Kognition, Hamburg 2005). Das menschliche Gehirn wird zu allererst durch das geformt, was es wahrnimmt. Im Grundschulalter sind die Wahrnehmungsweisen und Wahrnehmungskonstrukte noch nicht festgelegt, sondern immer noch stark an konkrete Tätigkeiten und unmittelbare Anschauungen gebunden. Aber nicht nur die Entwicklung des Denkens benötigt reichhaltige sinnliche Erfahrung, auch die Entwicklung der Sprache braucht Bilder und lebendige Vorstellungen, damit sich mit den Worten Sinn verbindet. Äußere Bilder können aber nur zu inneren Bildern werden, wenn sie in aktiven Prozessen, wie sie z.B. für das bildnerische Gestalten kennzeichnend sind, bearbeitet werden (ähnliches gilt für Musik).

Im Rahmen der Ganztagsklasse ist mehr Raum für Kunst- und Musikprojekte.

Bewegungserziehung

Kinder brauchen Bewegung und sie bewegen sich in der Regel gerne.

Bei der lernerschließenden Funktion der Bewegung wird davon ausgegangen, dass sich durch eine Bewegungshandlung unmittelbar ein Lerngegenstand erschließt (z.B. Längen).

Außerdem wird durch körperliche Aktivität die Gehirndurchblutung und der Gehirnstoffwechsel verbessert.

Psychomotorik ist zusätzlich eine der kindgerechtesten Möglichkeiten zu einer ausgleichenden Persönlichkeitserziehung.

Mehr Raum für Bewegungserziehung im Rahmen der Ganztagsklasse fördert den Lernzuwachs.

Individuelle Förderung

Schüler und Schülerinnen kommen mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten in die Grundschule. In der Ganztagsklasse ist mehr Zeit für Förderung.

Integrierter Fremdsprachenunterricht

Kinder im Grundschulalter sind gegenüber Fremdsprachen sehr aufgeschlossen.

Nach Maria Montessori ist die frühe Grundschulzeit eine „Sensible Phase“ Erfahrungen in diesem Bereich. Auch haben Untersuchungen gezeigt, dass sich bei Kindern mit Migrationshintergrund durch das Erfassen von Sprachstrukturen einer fremden Sprache die Leistungen im Deutschunterricht verbessern können.

In der Ganztagsklasse kann neben zusätzlicher IFA bilingualer Unterricht angebahnt werden.

Hausaufgaben

In der Ganztagsklasse können die Hausaufgaben in eine Planarbeit integriert werden.

Strukturierung der Woche

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
7.40-8.20 Offener Anfang; GU Offener Anfang; GU Offener Anfang; GU Offener Anfang; GU Offener Anfang; GU
8.20-8.40 Morgenkreis mit IFA Morgenkreis mit IFA Morgenkreis mit IFA Morgenkreis mit IFA Morgenkreis mit IFA
8.40-9.30 GU GU GU GU GU
9.30-9.40 Gemeinsames Frühstück Gemeinsames Frühstück Gemeinsames Frühstück Gemeinsames Frühstück Gemeinsames Frühstück
9.40-10.00 Spielpause Spielpause Spielpause Spielpause Spielpause
10.00-10.50 GU GU GU GU GU
10.50-11.10 Spielpause Spielpause Spielpause Spielpause Spielpause
11.10-12.00 GU GU GU GU GU
12.00-13.00 Mittagessen; Freie Spielzeit Mittagessen; Freie Spielzeit Mittagessen; Freie Spielzeit Mittagessen; Freie Spielzeit
13.00-14.00 GU GU GU GU
14.00-15.00 GU GU GU GU
15.00-16.00 GU GU GU GU

Im Rahmen von GU (Gesamtunterricht) zusätzlich:

  • 4 Stunden Hausaufgabenwerkstatt
  • 1 Stunde Sport/Psychomotorik
  • 1 Stunde Schwimmen (Hallenbadsaison)
  • 2 Stunden IFA Englisch
  • 1 Stunde „Ich und Du und Wir“
  • 3 Stunden Kunst und Musik